Exponat 5: Ralf Brueck, «Connected blackwhite»

Ralf Brueck

Connected blackwhite

Als Absolvent der Düsseldorfer Kunstakademie und Meisterschüler von Thomas Ruff steht Ralf Brueck in der Tradition der weltweit bekannten „Düsseldorfer Fotoschule“. Wie für viele Künstlerinnen und Künstler aus diesem Umfeld, verfolgt Brueck einen konzeptuellen und selbstreferenziellen Ansatz.

Dies bedeutet, dass die Motive nicht an und für sich stehen, sondern auf den Akt des Fotografierens und auf die Entstehung des fotografischen Bildes überhaupt verweisen. Mit dieser Form von Meta-Fotografie reflektiert Brueck sein Medium und zeigt auf, wie es funktioniert. „Connected blackwhite“ ist ein typisches Beispiel dieser künstlerischen Strategie.

Der Ausgangspunkt des Bildes ist die Aufnahme eines Chemieparks, mit vielen Rohren und Pipelines, die Brueck digital verarbeitet. Er entnimmt Farbelemente, kreuzt Motive und setzt Bildfragmente neu zusammen, bis die ursprünglichen Aufnahmen in einer neuen, eigenständigen Komposition verschmelzen.

Die Arbeit wirkt auf den ersten Blick klar und geometrisch, doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich eine komplexe, fast vibrierende Textur. Das fotografische Bild stellt keine faktische Realität dar, sondern oszilliert zwischen Abbildung und Abstraktion.

Indem er sich auf Motive von Architektur und Stadtlandschaften konzentriert, also auf unsere künstlich gebaute Umwelt, evoziert Ralf Brueck den konstruierten Charakter unserer Wahrnehmung der Realität, die zwar „natürlich“ vorkommt, jedoch komplett artifiziell und komponiert ist.