Exponat 2: Christine Reifenberger, «Kupfer fliesst»

Christine Reifenberger

Kupfer fliesst

Ist es noch Malerei? Oder Bildhauerei? Oder etwas dazwischen, das auf die Grenzen der Disziplinen nicht achtet und, wie ein Lebewesen, sich eigenständig entwickelt?

Seit vielen Jahren arbeitet Christine Reifenberger an einer radikalen Erweiterung ihres Mediums. Die Malerin, die bei A.R. Penck und Gotthard Graubner studierte, verwendet vor allem Papier, das sie nicht nur bemalt, sondern auch dreht, wölbt und faltet. In konzentrierten und fast performativen Aktionen verwandelt sie ihr Trägermaterial grundlegend, bis dreidimensionale Farbräume entstehen.

Die auf diese Weise entstandenen Körper strahlen eine ausgeprägte Sinnlichkeit aus und oszillieren zwischen Bild und Objekt, zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit. Eine Quelle ihrer Inspiration findet Christine Reifenberger in der Natur. Ausgehend von ihrer Beobachtung von natürlichen Strukturen, Kräften und Strömungen, überträgt sie diese vitalen Prozesse in eine Bildsprache, die die traditionellen Begrenzungen der Leinwand zum Bersten bringt.

Reifenbergers Malerei nähert sich den Zyklen von Wachstum und Auflösung, von Entwicklung und Verdichtung malerisch und plastisch an. Dadurch wirken die Farbkörper oft wie organische Gebilde, die mal vegetabil, mal amorph anmuten. Die zwei Arbeiten der Ausstellung gehören zu einer neueren Serie im Schaffen von Christine Reifenberger, bei der sie Naturelemente wie Kupfer, Aluminium oder Phosphor in ihrer Malerei untermischt.