
Ted Green
Code Rebellion
Diese Malerei bringt zusammen, was auf den ersten Blick nicht zusammenpasst: Die freie, wilde Geste einerseits und die konzeptuelle, strenge Komposition andererseits. Die Vereinigung dieser beiden, widersprüchlichen Charaktere macht die Kunst von Ted Green aus. Die Malerei des US-Amerikaners folgt strengen Regeln und entsteht nach festgelegten Prinzipien. Sogar die impulsiv und dynamisch wirkenden Setzungen mancher seiner Bilder sind genau kalkuliert und präzise ausgeführt. Damit spielt Ted Green mit den Codes der Expressivität und der Spontanität.
Seine aktuelle Werkreihe heißt „Riff Paintings“. Der Begriff „Riff“ stammt aus dem Rock und Jazz und bezeichnet eine prägnante Akkordfolge, die den Charakter des Liedes bestimmt. Es geht also um Rhythmus, und bei den „Riff Paintings“ wird der Rhythmus des Bildes durch die Wiederholungen und Variationen von einzelnen abstrakten Bildelementen erschaffen. Bestehend aus verschlungenen und organisch-weichen Markierungen zwischen Zeichnung und Farbsetzung, verhalten sich diese Bildelemente wie Noten auf einer Partitur. Sie gehören übrigens zum großen Formrepertoire von Green, einer Art Bildarchiv von früheren Malgesten, und werden per Zufallsprinzip auf die Leinwand gesetzt. Auch die Intervalllänge zwischen zwei Bildelementen wird gewürfelt. Damit fügt Ted Green ein wenig Unvorhersehbarkeit in seine strenge Komposition.