Exponat 20: Eunjeong Kim, «Floating 17»

Eunjeong Kim

Floating 17

Auch wenn sie seit über hundert Jahren für tot erklärt wird, entwickelt sich die Malerei immer weiter und passt sich an aufkommende visuelle Konventionen oder an neue Werkzeuge an.

Das Werk von Eunjeong Kim belegt diese Wandlungsfähigkeit. Denn Kims Kunst beginnt nicht auf der Leinwand, sondern im digitalen Raum. Aus Screenshots, Fotografien und Videos aus dem Internet entwickelt die junge südkoreanische Künstlerin zunächst Collagen aus zufälligen Formen, Überlagerungen und Effekte, die später in ihre großformatigen Gemälde einfließen. Was wie abstrakte, gestische Malerei erscheint, ist daher eng mit den Reizen von digitalen Bildwelten verbunden.

Der Einsatz von Augmented Reality betont noch den hybriden Charakter der Malerei von Eunjeong Kim. Durch das Scannen des QR-Codes zwischen den zwei Bildern öffnet sich eine virtuelle Ebene der Betrachtung. Formen beginnen sich zu bewegen, Bildobjekte lösen sich aus dem Gemälde und schweben scheinbar im realen Raum

Für Kim ist das keine technische Spielerei, sondern eine Konsequenz ihrer Malerei. Die digitalen Erweiterungen machen sichtbar, was bereits in den Bildern angelegt ist: Bewegung, Überlagerung und die Auflösung klarer Grenzen zwischen Wirklichkeit und virtuellem Raum.

So entstehen Mischkreationen zwischen Malerei, Skulptur und digitaler Installation, in denen wir nicht mehr nur vor einem Bild stehen, sondern selbst Teil eines räumlichen Bildgeschehens werden.