
Boris Becker
Das Jagdzimmer
Er ist vor allem für seine präzis komponierten Aufnahmen von Architekturen und Landschaften bekannt und gehört zu den großen Namen der aktuellen künstlerischen Fotografie in Deutschland: Boris Becker.
In den 1980er Jahren studierte Becker bei Bernd Becher und wird daher als Vertreter der sogenannten „Düsseldorfer Fotoschule“ verstanden. Mit seinen großformatigen Tableaus arbeitet Becker meistens in Serien von vergleichbaren Motiven.
Das Bild unserer Ausstellung gehört zwar keiner Serie an, aber es bezeugt das Interesse des Fotografen für Prinzipien der räumlichen Ordnung und des Chaos. Die Aufnahme ist in der privaten Sammlung eines Großwildjägers in Köln entstanden. Der Mann war zeit seines Lebens in allen Regionen der Welt auf der Jagd und hat eine besonders reichhaltige Ansammlung von präparierten Tieren zusammengetragen.
Typisch für Beckers Herangehensweise ist die klare Lesbarkeit des Motivs, die durch die Betonung der Zentralperspektive und der Zentrierung des Raumes erreicht wird. Mit „Das Jagdzimmer“ möchte Becker keinen parteiischen Kommentar zum Tierschutz oder keine Verherrlichung der Jagd ausdrücken. Der Künstler fühlt sich einer dokumentarisch-sachlichen Fotografie verpflichtet, die gezielt erzählerische oder subjektive Impulse vermeidet und eine moralische Bewertung den Betrachterinnen und Betrachtern überlässt.
Vielmehr stehen das Raumarrangement mit seiner stereometrischen Anordnung und die atmosphärische Ausstrahlung des Interieurs im Vordergrund. 2019 erhielt Boris Becker den Kunstpreis der Künstler der DIE GROSSE für sein Lebenswerk.