Exponat 16: Dieter Süverkrüp, «Der Materialismus wird bekehrt»

Dieter Süverkrüp

Der Materialismus wird bekehrt

Bei jeder Ausgabe der DIE GROSSE zeigen wir ausgewählte Arbeiten von Vereinsmitgliedern, die im vergangenen Jahr verstorben sind. Diese Geste ist eine letzte Anerkennung ihrer Leistung.

Im März des letzten Jahres verstarb Dieter Süverkrüp in Köln. Süverkrüp bestritt zahlreiche Ausstellungen, aber von der breiten Öffentlichkeit war er vor allem für seine Lieder und Bühnenauftritte bekannt.

In den 1960er und -70er Jahren galt er als wichtige Stimme der linken Kabarettszene, und er spielte seine politischen Texte in ganz Deutschland. Dieser Erfolg überraschte ihn, denn er wollte eigentlich Maler werden, wie sein Vater, bei dem er die Grundlagen des künstlerischen Handwerks lernte, bevor er ein Studium der Gebrauchsgrafik absolvierte.

Dieter Süverkrüp fand in der Malerei und in der Grafik eine Komplexität und eine Tiefe des Ausdrucks, die er im Liedermachen vermisste. Er definierte seinen Stil selbstironisch als Synthese zwischen Barock und Surrealismus, also als Mixtur aus Rubens und Dali, wie er selbst sagte.

Seine gegenständlichen Bilder leben von zahlreichen Anspielungen und von einem frei-assoziativen Geist. Ihr Grundton ist mal humorvoll-schelmisch, mal eher düster und pessimistisch, aber immer einfallsreich und eigenwillig. Zeit seines Lebens fühlte sich Süverkrüp dem Kunstbetrieb nicht sonderlich verpflichtet. Er kommentierte in seiner Bilder die Beobachtungen, die er von diesem Milieu und dessen Akteuren machte. Dies wird an den zwei Gemälden unserer Ausstellung sichtbar, die sich auf Josef Beuys und Georg Baselitz beziehen.